Die Lust sei das Ziel ..."

Epikurs Ethiklehre zielt im Kern auf Erhöhung und Verstetigung der Lebensfreude durch den Genuss eines jeden Tages, womöglich jeden Augenblicks, wie es das Motto des Horaz: carpe diem (nutze den Tag) besagt. Dazu gilt es, alle Beeinträchtigungen des Seelenfriedens zu vermeiden bzw. zu überwinden, die aus Begierden, Furcht und Schmerz erwachsen können. Die Lust am Leben stetig auszukosten, macht die Kunst des epikureischen Weisen aus.

„Wenn wir also sagen, die Lust sei das Ziel, meinen wir damit nicht die Lüste der Hemmungslosen ..., sondern weder Schmerz im Körper noch Erschütterung in der Seele zu empfinden. Denn nicht Trinkgelage ... auch nicht das Genießen von allem übrigen, was eine aufwendige Tafel bietet, erzeugen das lustvolle Leben, sondern ein nüchterner Verstand, der die Gründe für jedes Wählen und Vermeiden aufspürt ..."

Daraus folgt das Bild der epikureischen Weisen, der in ataraxia (das Ungestörtsein), in unerschütterlicher „Seelenruhe“ lebt.

- Ausgeglichenheit, Selbstbeherrschung und Bescheidenheit
- die Abwägung von Genüssen; der vernünftige Gebrauch von Lust
- keine Furcht vor den Göttern.....
- die Leugnung der Unsterblichkeit der Seele und damit verbunden keine

  Furcht vor dem Tode, die wiederum nur Unlust verursachen würde