Philosophie im 21. Jahrhundert? 




Was soll ich tun?

Am Anfang steht eine Frage. 


Außer den Theologen und den Vertretern der phantastischen Literatur werden nur wenige daran zweifeln, dass die Hauptzüge unseres Universums ein tiefer Mangel an Sinn und das Fehlen jeden erkennbaren Zwecks sind. Und doch sammeln wir unermüdlich, mit verblüffendem Optimismus, jeden Schnipsel Information, den wir bekommen können, in Schriftrollen und Büchern und Computerchips, ob materiell, virtuell oder in welcher Gestalt auch immer, versuchen verzweifelt, der Welt einen Anschein von Sinn und Ordnung zu geben, obwohl wir doch haargenau wissen, dass – auch wenn wir noch so gern das Gegenteil glauben möchten – all unsere Unternehmungen zum Scheitern verurteilt sind.

 

 

 Was kann ich wissen?   

Am Anfang war das Chaos.     

 

Schöpfungsmythen sind archaische Weltmodelle. Über sie verständigte sich der frühe Mensch über Ursprung und Aufbau der Wirklichkeit und seinen Platz in ihr. Alle Schöpfungsmythen der Menschheit haben eines gemeinsam: sie zeugen vom Weg aus dem Chaos in ein geordnetes Dasein. Heute versucht die Wissenschaft mit der  Urknalltheorie einen neuen Weg aus dem Chaos zu zeigen. Aber wissen wir wirklich mehr? Auch wenn die Wissenschaft möglicherweise das Problem zu lösen vermag, wie das Universum begonnen hat, nicht beantworten kann sie die Frage: Warum macht sich das Universum die Mühe zu existieren? Ich kenne die Antwort nicht

 


Was darf ich hoffen? 
Die Unsterblichkeit? 


Goethe hat dieses Wort nicht gescheut. In seinem Buch "Aus meinem Leben", beschreibt er einen Vorhang, den er im neuen Theater von Leipzig sah, als er neunzehn Jahre alt war. Auf dem Vorhang war »der Tempel des Ruhms« abgebildet, um den herum sich die großen Schauspieldichter und die Göttinnen der Künste versammelt hatten: »Durch die freie Mitte sah man das Portal des fernstehenden Tempels, und ein Mann in leichter Jacke ging zwischen beiden obgedachten Gruppen, ohne sich um sie zu bekümmern, hindurch, gerade auf den Tempel los; ohne sich um die Muster zu bekümmern, auf seine eigene Hand der Unsterblichkeit entgegengehe.

 


Was ist der Mensch? 

Die Frage nach dem Sinn  von Sein 


Was die Frage nach dem Sinn von Sein betrifft, so läßt sich sagen, daß es die Frage ist, die das menschliche Nachdenken von den geschichtlichen Anfängen bis heute nachhaltig in Anspruch genommen hat. Es ist die Frage nach Sinn, Ziel und Bedeutung des menschlichen Lebens und der Natur. Die Frage nach den Werten und Orientierungen für das Leben und nach dem Warum und Wozu von Welt, Kosmos, Universum. Das praktisch-moralische Leben läßt die Menschen danach fragen. In früheren Zeiten, als Physik, Metaphysik und Theologie noch zusammengehörten, hatte auch die Wissenschaft die Sinnfrage zu beantworten versucht.

 

 

Kunst ein Ausweg?
Kleinigkeiten, nichts als Kleinigkeiten.

 

Es ist das Unmögliche an sich, das wir lieben. Es ist der Traum, die Nuancen, das Jenseits, die Kunst, die mit den Wolken reist, die die Reflexe bändigt, für die das Reale nichts weiter ist als ein Ausgangspunkt und das Papier als solches, eine zarte blanke Gewißheit, um sich in die Abgründe des Mysteriums zu stürzen, die in der Höhe liegen und locken. Alle Kräfte fließen in die Intensivierung des übenden Subjekts, das sich im Gang der Exerzitien zu immer höheren Stufen einer rein performativen Seinsweise entfaltet. Was man die vita contemplativa genannt hat, um sie der vita activa gegenüberzustellen, ist in Wahrheit eine vita performativa.


 

 

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